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Drei gute Nachrichten aus unseren Ukraine-Projekten

Im Februar 2024 jährt sich der Ausbruch des Ukraine-Kriegs zum zweiten Mal. Dennoch geht der Lehr-, Lern- und Forschungsbetrieb an ukrainischen Universitäten weiter, oft unter schwierigen Bedingungen. Deshalb engagiert sich das ZfW seit Kriegsbeginn für die Unterstützung der Lehre an ukrainischen Hochschulen und für „Scholars and Students at Risk“. Jetzt freuen wir uns über drei gute Nachrichten aus unseren Ukraine-Projekten!

1. DigiLabStar geht in die dritte Runde

Seit Ende des Jahres 2022 fördern der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Projekt „Digital Laboratories for Students at Risk“ (DigiLabStar) an der RUB. An vielen ukrainischen Hochschulen können Studium und Lehre derzeit nicht wie gewohnt stattfinden– weil die Gebäude und wichtige Infrastruktur wie z.B. Labore zerstört oder beschädigt wurden, weil Lehrende und Studierende an der Front sind oder flüchten mussten. Damit der Lehrbetrieb fortgesetzt werden kann, ist Unterstützung bei der Infrastrukturnutzung sowie bei der Online-Lehre wesentlich. Dies leistet „DigiLabStar“.
Dr. Iryna KompanetsAngesichts der andauernden Schwierigkeiten kontinuierlicher Hochschullehre unter Kriegsbedingungen bleibt dabei auch in der nächsten Förderphase der Fokus, anspruchsvolles Online-Lernmaterial für Schlüsselkurse in den Curricula zu entwickeln. In DigiLabStar III steht ein vollständiger Biochemie-Kurs im Mittelpunkt, der Bestandteil unterschiedlicher Studienprogrammen wie Biologie, Biotechnologie und Medizin ist. In der Ukraine umfasst er teils zwei Semester und bis zu 12 Leistungspunkte.
Das im Projekt entwickelte Material wird dank einer freien Lizenzierung an allen ukrainischen Hochschulen wie auch international flexibel eingesetzt werden können. Das Material wird interaktiv und im Rückgriff auf game-based-learning-Ansätze gestaltet. Die Entwicklung erfolgt durch Dr. Iryna Kompanets, eine bei uns am ZfW angesiedelte ukrainische Wissenschaftlerin, in Zusammenarbeit mit Kolleg*innen in der Ukraine.

2. RUB-Stiftung unterstützt unsere ZfW-Fellowships finanziell

Olha KravchenkoDas ZfW konnte seit Sommer 2022 im Rahmen von Fellowships drei ukrainischen Kolleginnen am ZfW eine sichere Umgebung für ihre Arbeit geben. Im Rahmen der Fellowships wurden bzw. werden Projekte bearbeitet, die in der Ukraine didaktische Innovationen ermöglichen sollen. Aktuell erarbeitet die ukrainische Biochemikerin Olha Kravchenko von der Taras Shevchenko National University in Kyiv interaktive digitale Laborkurse, die biologische Inhalte und Methodik für Medizinstudierende (z.B. mit Blick auf diagnostische Relevanz) erschließen.
Wir freuen uns nun sehr, dass die Stiftung der Ruhr-Universität Bochum nun unsere ZfW-Fellowships für schutzsuchende Wissenschaftler*innen aus der Ukraine und damit Olha Kravchenkos Arbeit finanziell unterstützt. Für die Förderung bedanken wir uns herzlich!

3. In Finnland geht es mit einem Stipendium weiter

Dr. Tetiana KrushynskaMit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden wir unsere Fellow Dr. Tetiana Krushynska nach Finnland. Im Rahmen ihres Fellowships hat die aus Dnipro stammende Mikrobiologin das Projekt „Computer-based test tasks with visual information for the assessment of the skills of medical students“ bearbeitet. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die medizinische Lehre (und insbesondere das Prüfungswesen) von stärker multimedialen, visuellen Zugängen unterstützt werden kann. Leitend ist die Idee, dass eine Abkehr von stark textbasierten Lern- und Prüfungsformen die kompetenzorientierte Ausbildung im Rahmen eines Medizinstudiums stärkt.
Für Tetiana Krushynska geht es mit einem Stipendium des Finnischen Forschungsrats am Finnischen Institut für Bildungsforschung der Universität Jyvaskyla weiter. In ihrem neuen Projekt zum Thema „Algorithmisierung der Entwicklung von Multiple-Choice-Fragen in der Hochschulbildung“ konzentriert sie sich auf praktische Aspekte der Erstellung von Bewertungsaufgaben auf der Grundlage strukturell-logischer Textanalysen mit Hilfe von KI. Wir wünschen ihr für ihren weiteren Weg alles Gute!

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Jessica Dudde
Jessica Dudde kümmert sich im Zentrum für Wissenschaftsdidaktik um die Öffentlichkeitsarbeit.

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