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14. Dezember 2023
E-Learning
Sarah Görlich

Digitalisierung in der Sportwissenschaft: Fit im Umgang mit digitalen Anwendungen!

Tanja Nebel, Koordinatorin des Projekts „Zertifikat für digitale Transformation im Sport” (ZDTS) beschäftigt sich an der RUB damit, wie Studierende der Fakultät für Sportwissenschaft ihre digitalen Kompetenzen ausbauen können, um den Anforderungen an die Kompetenzportfolios in der sportwissenschaftlichen Arbeitswelt zu begegnen. Denn diese hat sich u. a. durch neue Technologien zur Bewegungsanalyse, Wearables zur Messung von Körperfunktionen und Applikationen für die Fan-Experience in den letzten Jahren stark gewandelt.

Sie wollen mehr über das spannenden Thema erfahren? Dann lesen Sie in unserem Interview mit Tanja Nebel, was es genau mit dem Zertifikat auf sich hat und wer es wie erwerben kann. Los geht‘s!

Reingelesen – Das Interview

Sarah Görlich (SG): Tanja, du bist für das ZDTS-Projekt verantwortlich, erzähl uns doch bitte einmal, worum es genau bei dem Zertifikat geht und warum es für die Studierenden und zukünftigen Arbeitnehmer*innen in der Sportbranche so wichtig ist.

Tanja Nebel (TN): ZDTS steht für Zertifikat für digitale Transformation im Sport. Das Zertifikat kann im Rahmen des Sportstudiums an der RUB erworben werden. Die Digitalisierung hat bereits in nahezu allen Lebensbereichen Einzug erhalten, natürlich auch in den Sport. Denken wir zum Beispiel an Wearables, darunter würde man auch Fitnessuhren oder Trackingsysteme zählen, wie sie in vielen Profiteams bereits eingesetzt werden. Wir stellen schnell fest, dass die Daten, die hierüber erhoben werden, eine Menge Erkenntnisse und Nutzungsmöglichkeiten eröffnen. Hierzu muss man sie allerdings richtig einordnen und interpretieren können, da die Systeme bei speziellen Messparametern an ihre Grenzen kommen können. Auch für angehende Sportlehrer*innen ist das Potenzial, digitale Tools im Unterricht zu nutzen, groß. Es ist wichtig, dass die Studierenden sich mit den technischen Möglichkeiten ihres Fachgebiets auseinandersetzen und gleichzeitig den reflektierten Umgang mit den Medien schulen. Mit dem ZDTS versuchen wir diesen beiden Ansprüchen gerecht zu werden.


SG: Wie genau funktioniert der Zertifikatskurs? Stellen wir uns einmal Folgendes vor: Ich bin im ersten Bachelor-Semester bei euch an der Fakultät, was genau muss ich nun machen, um das Zertifikat für digitale Transformation im Sport erwerben zu können?
TN: Du meldest dich zuallererst in der Toolbox und im Verwaltungskurs auf Moodle an. Grundsätzlich erwarten wir von dir, dass du vier Pflichtleistungen und sechs digitale Seminarleistungen erbringst. Im Seminar hättest du vielleicht klassischerweise ein Referat oder eine schriftliche Hausaufgabe abgegeben, die nun durch eine digitale Leistung ersetzt wird. Es geht also nicht darum, Referat UND digitale Leistung zu erbringen, sondern z. B. ein Erklärvideo ANSTATT eines Referats. Sprich dazu unbedingt mit deinem Dozenten oder deiner Dozentin, welches Tool sich für deinen Inhalt eignet. Nach der Abgabe lässt du dir die Leistung in deinem Trackbook gegenzeichnen und lädst es im Verwaltungskurs hoch. Du hast bis zum Ende deines Masterstudiums Zeit, die Leistungen zu erbringen und kannst auch rückwirkend Leistungen geltend machen.

SG: Kannst du uns kurz und knapp erläutern, was die Toolbox ist?
TN: In der Toolbox sind alle Informationen gebündelt, die du für das ZDTS benötigst. Hier informieren wir über einzelne Tools und Programme, stellen Tutorials bereit und veröffentlichen Praxisbeispiele, an denen du dich orientieren kannst, wenn du einmal keine Ideen hast, wie du ein Tool im Sportkontext nutzen könntest.

SG: Wie entscheidet ihr, welche Tools in die Toolbox kommen?
TN: Wir möchten die Studierenden natürlich nicht mit Tools überfrachten, denn Angebote gibt es wie Sand am Meer. Wir schauen daher, wie renommiert oder innovativ ein Tool ist, ob es bereits einen Sportbezug mitbringt oder ob einer hergestellt werden kann. Außerdem schauen wir, wie nutzer*innenfreundlich die Oberfläche und wie breit der Funktionsumfang ist und natürlich auch, wie es um den Datenschutz steht. Letzterer ist sicherlich immer ein sensibles Thema, das schlussendlich auch jede*r Nutzende für sich selbst bewerten muss.

SG: Der Zertifikatskurs ist ja bereits angelaufen, welche Erfahrungen habt ihr bisher gemacht? Was sagen die Studierenden zu dem Angebot?
TN: Die Studierenden schätzen die Abwechslung, die die Einbindung der unterschiedlichen digitalen Tools in das sportwissenschaftliche Studium mit sich bringt. Es gibt viele Studierende, die dabei sind, Leistungen zu sammeln. Das Interesse unter den Erstsemestern ist ebenfalls geweckt worden, sodass wir hoffen, bald die ersten Abschlüsse verzeichnen zu können. Darüber hinaus merken wir, wie wichtig es weiterhin ist, dass auch die Dozierenden mit positivem Beispiel vorangehen und sowohl ihre eigene Lehre digitaler gestalten als auch ihre Inhalte entsprechend der technologischen Neuerungen auf dem neuesten Stand zu halten.

SG: Ihr habt in der letzten Runde unseres E-Learning-Wettbewerbs 5x5000 mit dem passenden Thema „Studienleistungen mal anders – Podcasts, Videos, Poster & Co.” gewonnen. Herzlichen Glückwunsch noch einmal! Wie geht es nun weiter mit dem Projekt? Oder ganz konkret: Wie setzt ihr das Wettbewerbsgeld ein, um das Projekt weiter auszubauen?
TN: Darüber freuen wir uns ganz besonders, herzlichen Dank noch einmal an dieser Stelle! Mit der Förderung können wir zu Jahresbeginn 2024 eine neue studentische Hilfskraft beschäftigen. Diese wird sich einerseits mit dem Ausbau der Toolbox zum (gamifizierten) Selbstlernkurs und andererseits mit der Erstellung von Bewertungskriterien zu digitalen Tooleinsätzen in der Lehre befassen.

SG: Zum Abschluss: Kurz, knapp & knackig. Was sind die Top-3-Gründe, warum alle Studierenden der Bochumer Sportwissenschaft das ZDTS anstreben sollten?
TN: Durch das ZDTS:
… wird dein Studium digitaler und abwechslungsreicher.

… hast du die Chance, schon während des Studiums neue digitale Tools auszuprobieren.

… erhöhen sich deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Vielen Dank für die interessanten Einblicke in euer Projekt und das sympathische Interview!

Ein nachhaltiges Projekt

Das Zertifikat wird nach Abschluss des Projekts als Open Educational Resources unter einer offenen Lizenz auf dem Landesportal ORCA.nrw zur Verfügung gestellt. Die Materialien können dann von allen interessierten Personen (z. B. Lehrende oder andere Akteur*innen in der Sportwissenschaftlichen Ausbildung oder in Sportstätten) nachgenutzt und für weitere Programme und Studiengänge angepasst und verwendet werden. Sie haben Fragen zum Zertifikat für digitale Transformation im Sport (ZTDS)? Dann wenden Sie sich gerne direkt an die Projektkoordinatorin Tanja Nebel bzw. schreiben Sie eine E-Mail an zdts-sportwissenschaft@rub.de!
Weitere Informationen
Sportwissenschaft studieren. Hier geht es zur Homepage der Fakultät für Sportwissenschaft an der RUB.

Sie möchten wissen, wie Sie ihre Konzepte und Materialien als OER mit anderen Lehrenden teilen können? Wir beraten Sie gerne dazu!

Oder interessieren Sie sich für unseren 5x5000 Wettbewerb? Aktuelle Informationen zur nächsten Runde finden Sie auf unserer 5x5000-Seite.
Unsere Interviewpartnerin
Foto der Projektkoordinatorin Tanja NebelTanja Nebel ist Projektkoordinatorin für das ZDTS-Projekt an der Fakultät für Sportwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. Sie hat Geschichte und Sozialwissenschaft auf Lehramt an der Ruhr-Universität Bochum studiert und nebenberuflich die Digitalisierung im VfL Bochum 1848 Gesamtverein vorangetrieben. Nach ihrem Studium wechselte sie ins Projektmanagement im Großkonzern, wo sie in unterschiedlichen IT-Projekten unterstützte.

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Sarah Görlich
Mitarbeiterin im Bereich eLearning des Zentrums für Wissenschaftsdidaktik und Netzwerkstelle für das Landesportal ORCA.nrw.

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