Innovationen, Netzwerken und neue Impulse: Das war die Learning AID 2026!

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Stellen Sie sich vor, Sie können mit einigen der klügsten Köpfe aus Hochschullehre, Forschung und Verwaltung über KI, Learning Analytics, digitale Tools und die Zukunft des Lernens zwei Tage lang diskutieren. Genau das war am 1. und 2. September 2026 auf der Learning AID-Tagung möglich. Zum fünften Jubiläum kamen mehr als 350 Teilnehmende aus ganz Deutschland und einigen Nachbarländern an der Ruhr-Universität Bochum zusammen. Dass die Themen damit auf so großes Interesse stießen, beweist: KI in all ihren Facetten bleibt zentrale Herausforderung – und Chance – für den Hochschulbereich.

Die Learning AID ist die größte inhaltlich spezialisierte Fachtagung rund um Learning Analytics, Artificial Intelligence und Data Mining in der Hochschulbildung im deutschsprachigen Raum.

2026 fand die zweitägige Tagung am 01. und 02.09.2026 statt. Über 350 Teilnehmende kamen an die Ruhr-Universität, um zu diskutieren, sich zu vernetzen und neue Perspektiven auf die Tagungsthemen kennenzulernen.

Ins Leben gerufen wurde die Learning AID 2022 vom Projekt KI:edu.nrw. Seit Juli 2026 wird die jährlich stattfindende Tagung vom KI:Expertisezentrum.nrw, dem Nachfolgeprojekt von KI:edu.nrw, organisiert. Gefördert wird das KI:Expertisezentrum.nrw vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW unter dem Dach der Digitalen Hochschule NRW.

Das Projekt KI:edu.nrw und dessen Folgeprojekt KI:Expertisezentrum.nrw sind angesiedelt am Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum.

Tag 1: Keynote, Sessions und Podiumsdiskussion mit Ministerin Brandes

Das Programm konnte auch in diesem Jahr mit einigen Highlights aufwarten. Gleich zu Beginn der Tagung gelang es Prof. Thorsten Thiel von der Universität Erfurt mit seiner Keynote zu KI und Demokratie bei den Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Seine gekonnte Entlarvung bestimmter Diskursmuster und ihrer Grenzen – etwa des immer wiederkehrenden Motivs der „Chancen und Risiken von KI“ – führte im Laufe der Tagung zu einigen Aha-Momenten: Vortragende ertappten sich selbst bei der Verwendung solcher Muster und sorgten damit für Schmunzeln im Publikum.

Mit diesem anregenden Impuls im Kopf ging es am ersten Tag in zwei Sessions mit Vorträgen und Workshops weiter, die thematisch die ganze Bandbreite der Tagung abbildeten: Von Forschungsbeiträgen über Workshops der strategischen Partner*innen der Tagung bis hin zu studentischen Beiträgen war hier für jede und jeden etwas dabei, und das sowohl zu Learning Analytics als auch zu Künstlicher Intelligenz. Inhaltlich ging es dabei um spannende, aktuelle Themen wie KI-Agenten, um kreative Methoden wie Lego Serious Play sowie um kollektive Herausforderungen wie den Aufbau von KI-Kompetenz an Hochschulen.

Die Tagung war aber nicht nur ein Programm aus Vorträgen, sondern vor allem ein Ort des Austauschs. In den Pausen wurde angeregt weiterdiskutiert, gelacht und sich vernetzt – beim Kaffee, beim gemeinsamen Mittagessen und auf dem Weg von und zu den Tagungsräumen fanden unzählige gewinnbringende Begegnungen statt. Die in diesem Jahr bewusst etwas länger angesetzten Pausen trugen wesentlich dazu bei und förderten eine hervorragende Atmosphäre.

Überhaupt hat diese Learning AID erneut gezeigt, dass sich hier eine Community versammelt, die zwar sehr heterogen zusammengesetzt ist, die jedoch eine große Leidenschaft für die Tagungsthemen verbindet – ebenso wie ein äußerst respektvoller, offener und konstruktiver Umgang miteinander. Unter den Tagungsteilnehmenden waren deshalb neben einigen neuen auch viele bekannte Gesichter, die die Tagung kennen und schätzen.

Eine der bekanntesten Teilnehmerinnen der Tagung war bereits in den vergangenen Jahren NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes. Auch in diesem Jahr nahm sie wieder an einer wissenschaftspolitischen Podiumsdiskussion im Rahmen der Tagung teil. Gemeinsam mit ihren hochkarätigen Mitdiskutant*innen Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl, HRK-Vizepräsidentin für Hochschulsystem und Organisation, und Prof. Dr. Roger Erb, Vorstand Wissenschaft der Stiftung Innovation in der Hochschullehre, sorgte sie für ein weiteres Highlight der Tagung. Dank des ohnehin gewohnt meinungsstarken Auftritts der Ministerin sowie einiger pointierter Fragen, die das gesamte Panel dazu herausforderten, klar Stellung zu beziehen, entstand ein sehr kurzweiliger Austausch zu den zentralen Herausforderungen bei der KI-Transformation auf allen Ebenen des deutschen Hochschulsystems.

Noch vor der Podiumsdiskussion hatte die Ministerin einen weiteren wichtigen Auftritt, als sie dem Leitungsteam des KI:Expertisezentrums.nrw – Dr. Peter Salden, Prof. Dr. Malte Persike und Martin Bovermann – feierlich einen symbolischen Bescheid anlässlich der Förderung des neuen Projekts durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft aushändigte.

Martin Bovermann, Prof. Dr. Malte Persike, Wissenschaftsministerin Ina Brandes und Dr. Peter Salden
Mit vollem Kopf und leerem Magen ging es im Anschluss an die Podiumsdiskussion dann zum ebenfalls traditionellen Get-Together, um gemeinsam den ersten Veranstaltungstag ausklingen zu lassen. In der Mensa der Hochschule Bochum gab es bei leckeren Speisen und Getränken noch ausgiebig Gelegenheit, den Tag Revue passieren zu lassen und alte Bekanntschaften zu pflegen oder neue zu schließen.
Impressionen Learning AID 2026
Impressionen Learning AID 2026
Impressionen Learning AID 2026

Tag 2: Keynote, Markt der Möglichkeiten, Workshops, Vorträge und Panel

Am Morgen des zweiten Tages wartete dann ein Novum in der fünfjährigen Tagungshistorie auf das Tagungspublikum im trotz des frühen Beginns schon vollen Hörsaal: Die englischsprachige Keynote von Prof. Sandra Leaton Gray, die dem aufmerksam lauschenden Auditorium nicht nur einen Einblick in eine britische Perspektive auf das Thema Künstliche Intelligenz in der Hochschullehre gab, sondern auch ihre Vision von der Zukunft der Universität mit den Anwesenden teilte.

Auf diesen neuen Input folgte ein Klassiker der Tagung: der Markt der Möglichkeiten. In mehreren Räumen waren zahlreiche Poster und Demonstrationen zu ganz unterschiedlichen Themen zu sehen. Die Teilnehmenden flanierten durch die Räume, nahmen die vielfältigen Anregungen auf und nutzten die Gelegenheit sowohl zum vertiefenden Austausch miteinander als auch zur Stärkung in den Catering-Räumen.

Nach dem Mittagessen und einer weiteren Session mit Vorträgen und Workshops kam das Tagungspublikum am Nachmittag dann schon zur abschließenden zweiten Podiumsdiskussion im Hörsaal zusammen. Das Besondere an dieser war in diesem Jahr, dass es sich erstmals um ein paritätisch besetztes Panel handelte, in dem nicht nur eine, sondern zwei studentische Stimmen Gehör fanden und der Vielfalt studentischer Perspektiven Ausdruck verliehen. Tabea Herbst, Vorstand des fzs, und Roksana Rybicka, DigitalChangeMaker des HfD, diskutierten dabei mit Prof. Miriam Barnat, Professorin für Hochschuldidaktische Qualitätsentwicklung und Innovative Lehr-/Lernmethoden an der FH Aachen, und Prof. Stefan Rumann, Prorektor für Studium, Lehre & Bildung an der Universität Duisburg-Essen, zu Fragen rund um die sozialen Effekte generativer KI auf das Miteinander von Lehrenden und Lernenden an den Hochschulen. Moderiert von Nadine Lordick vom KI:Expertisezentrum.nrw entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, die unterschiedliche Sichtweisen zu Tage förderte und dennoch in einem gemeinsamen Appell mündete, weniger nebeneinander oder übereinander, sondern mehr miteinander zu sprechen.

So endete das inhaltliche Programm mit einem zur Tagung ausgesprochen passenden Akzent. Moderatorin Jessica Dudde, die in diesem Jahr durch die Tagung führte, leitete anschließend zu den Schlussworten und Danksagungen über. Diese galten – wie in den vergangenen Jahren – nicht nur den zahlreichen Helfer*innen, die die Tagung mit ihrer Arbeit möglich machen, sondern auch dem einzigartigen Publikum der Learning AID, das der Tagung ihre ganz besondere Atmosphäre verleiht. Und dann hieß es für dieses Jahr Abschied nehmen, voll mit neuen Eindrücken und voller Vorfreude auf das Wiedersehen im kommenden Jahr, wenn die Learning 2027 ihre Pforten öffnet.

Mir hat auf der diesjährigen Learning AID wieder sehr gefallen, dass wir so viele unterschiedliche Perspektiven abbilden: Forschung, Praxis und Politik sowie Lehrende, Studierende und Unterstützungseinrichtungen. Ich danke herzlich allen, die in diesem Jahr zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.
Dr. Peter Salden, Gesamtprojektleitung KI:Expertisezentrum.nrw

Neue Heimat, gleiche Besetzung

Mit dem Start des KI:Expertisezentrum.nrw im Juli 2026 hat auch die Learning AID organisatorisch ein neues Zuhause gefunden. Während die Tagung bislang von KI:edu.nrw ausgerichtet wurde, liegt die Organisation nun beim KI:Expertisezentrum.nrw. Für die Teilnehmenden ändert sich dadurch jedoch vor allem eines: der Name des Projekts im Hintergrund – und damit auch der visuelle Rahmen.

Inhaltlich und personell bleibt die Learning AID ihrem bewährten Profil treu: Die bekannten Themen, die vertraute Ausrichtung und das engagierte Team bleiben erhalten. Auch das Tagungsthema Learning Analytics hat neben KI in der Hochschulbildung weiterhin seinen festen Platz im Programm. Die Tagung wird also wie gewohnt fortgeführt – nur unter neuer Flagge und im neuen Look.

Materialien zum Nachlesen

Die Präsentationen und Arbeitsergebnisse aus den Workshops der diesjährigen Learning AID (soweit vorhanden) gibt es hier zum Nachlesen: https://ruhr-uni-bochum.sciebo.de/s/RdqemxJtkGxJXyL

Eine Sammlung der Beiträge aus den Tagungsjahren 2024 und 2025 sind in den beiden Tagungsbänden zu finden:

Impressionen:

Impressionen Learning AID 2026
Impressionen Learning AID 2026
Impressionen Learning AID 2026
Impressionen Learning AID 2026
Bildnachweis: ©RUB, Katja Marquard
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Diana Meier-Haverkorn
kümmert sich im KI:Expertisezentrum.nrw um die Öffentlichkeitsarbeit und um die Organisation der Learning AID.

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