

Dr. Robin Merchel arbeitet seit März 2024 als Postdoktorand an der Ruhr-Universität Bochum an der Fakultät für Psychologie. Während sich Robin in der Lehre vor allem im Schwerpunktbereich Statistik und Wirtschaftspsychologie einbringt, liegen seine Forschungs-/Arbeitsschwerpunkte u.a. in den Bereichen Eignungsdiagnostik und berufliche Persönlichkeit.
Wir wünschen Herrn Merchel für seinen weiteren Weg alles Gute!
Nachgefragt, nachgehakt!
Matz: Was war Ihre Motivation, am hochschuldidaktischen Qualifizierungsprogramm teilzunehmen?
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Merchel: Meine eigenen Lernerfahrungen. In meinem Studium weckten zwei RUB-Dozierende – Rüdiger Hossiep und Daniel Weller – bei mir eine bis heute anhaltende Begeisterung für die Themen Personalpsychologie und Datenanalyse. Ich fragte mich, was diese beiden so anders gemacht haben, und vor allem: Wie kann auch ich eines Tages Studierende zu Höchstleistungen inspirieren?
Matz: Welche Lehrherausforderungen haben Sie zu uns geführt?
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Merchel: Ich möchte, dass die Studierenden mit den Kompetenzen aus meinen Lehrveranstaltungen in der Welt zum Guten wirken können. Doch wie befähige ich praktisch, statt nur Wissen zu vermitteln? Wie wähle ich Tiefe und Umfang des Lehrstoffs? Wie prüfe ich kompetenzorientiert? Auf diese Fragen habe ich mir Antworten erhofft – und bekommen.
Matz: Was hat Ihnen am Qualifizierungsprogramm besonders gut gefallen?
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Merchel: Am Ende meine Erkenntnisse im Lehrportfolio zusammenzufassen und konkret auf meine Lehre zu beziehen, war sehr wertvoll für mich. Nun habe ich ein 20-seitiges Dokument, das ich zur Verbesserung meiner Lehrveranstaltungen und für die Darstellung meiner Lehrphilosophie heranziehen kann.
Matz: Gibt es einen speziellen Kurs, der Ihnen besonders gut gefallen hat?
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Merchel: „Grundlagen des Lehrens und Lernens“ bei Daniel Al-Kabbani. Durch Umsetzen des Constructive Alignment und Beachtung der höheren Stufen der Lernzieltaxonomie ist schon viel gewonnen. Aber es gab noch so viele großartige Kurse, deren Inhalte wunderbar ineinandergriffen, z. B. die kollegiale Beratungsgruppe, die Lehrhospitationen, „Methoden und Aktivierung“ bei Stefanie Füchtenhans und Dir, der Stimmworkshop bei Kriszti Kiss, „Prokrastination“ bei Katrin Klingsieck und mehrere Kurse an unserer Nachbar-Uni Witten-Herdecke (lieben Dank an der Stelle!) zu Themen wie didaktischer Reduktion, Prüfungen oder Evaluation.
Matz: Was konnten Sie schon in Ihrer Lehre umsetzen und wie waren Ihre Erfahrungen damit?
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Merchel: Ich stelle nun zu Beginn konsequent Lernziele auf und arbeite mit einem sinnvollen Methodenmix aus didaktisch reduziertem Lernstoff, Eigenerarbeitung an praktischen Problemen, Übungsaufgaben, Diskussionen, Kahoot-Quizzes, Rollenspielen, Softwareübungen und Testdurchführungen auf diese hin. Non universitati, sed vitae discimus: Meine validen Prüfungsaufgaben testen Anwendung, Transfer und Reflexion anstelle von Reproduktion. Ich gebe sachbezogenes, wertschätzendes, direktes und handlungsorientiertes Feedback und fordere es auch von den Studierenden ein. Ich helfe Studierenden mit Zeitplänen, Gamification -Belohnungen und Lerntagebüchern dabei, Prokrastination entgegenzuwirken.
Matz: Warum und wem würden Sie eine Teilnahme am Programm empfehlen?
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Merchel: Ausnahmslos allen Lehrenden. Niemand darf von neuen wissenschaftlichen Mitarbeitenden erwarten, auf Anhieb perfekte Lehre zu machen. Aber die Studierenden haben einen Anspruch darauf, dass wir unsere Lehre stetig verbessern, wobei die parallele Teilnahme am Programm immens hilft. Tipp: Von Anfang an nach jedem Workshop die wichtigsten Erkenntnisse bezogen auf die eigene Lehre notieren!
Matz: Welche Bedeutung hat das Zertifikat für Ihre Karriere?
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Merchel: Ich hoffe, dass es mir eines Tages helfen wird, eine Professur oder Dozentur in den Feldern Statistik oder Wirtschaftspsychologie zu bekommen, eventuell auch an einer FH. Bis dahin wird es ein Pluspunkt in jeder beruflichen Tätigkeit sein, die Lehre oder Personalentwicklung beinhaltet.
Hat Herr Merchel Ihr Interesse geweckt? Dann machen Sie mit!

Dr. Robin Matz
Hochschuldidaktik
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