

Dr. med. Darius Jan Baron arbeitet seit 2021 als Assistenzarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie am BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum gGmbH. Während er sich insbesondere in der Lehre Medizinstudierender engagiert, liegen seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte unter anderem in den Bereichen der Traumatologie und Notfallmedizin
Wir wünschen Herrn Dr. med. Darius Jan Baron für seinen weiteren Weg alles Gute!
Nachgefragt, nachgehakt!
RM: Was war Ihre Motivation, am hochschuldidaktischen Qualifizierungsprogramm teilzunehmen?
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DJB: Ich wollte meine Lehrtätigkeit nicht nur aus der Praxis heraus gestalten, sondern auch auf ein solides didaktisches Fundament stellen. Gerade in der Chirurgie, wo Lernen häufig „am offenen Knochen“ des klinischen Alltags stattfindet, ist gute Lehre kein Zufallsprodukt – sie braucht Struktur, Reflexion und Methodik. Die Teilnahme am Programm war für mich daher eine bewusste Entscheidung, meine Rolle als Lehrender zu professionalisieren und Werkzeuge zu erwerben, mit denen ich Lehre nicht nur „durchführe“, sondern gezielt gestalte.
RM: Welche Lehrherausforderungen haben Sie zu uns geführt?
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DJB: Die klinische Lehre steht oft im Spannungsfeld zwischen hoher Arbeitsbelastung und dem Anspruch, Studierenden praxisnahes, kompetenzorientiertes Lernen zu ermöglichen. Ich wollte herausfinden, wie man unter realen Klinikbedingungen – mit Zeitdruck, wechselnden Teams und unterschiedlichen Erfahrungsniveaus – trotzdem lernzielorientiert und motivierend unterrichten kann. Das Programm bot mir den idealen Rahmen, diese Fragen systematisch zu bearbeiten.
RM: Was hat Ihnen am Qualifizierungsprogramm besonders gut gefallen?
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DJB: Besonders wertvoll war für mich der kollegiale Austausch mit Lehrenden anderer Fachrichtungen. Es war inspirierend zu sehen, wie unterschiedlich gute Lehre aussehen kann – und gleichzeitig zu erkennen, welche Prinzipien universell sind: Transparenz, Aktivierung, Feedback und Wertschätzung. Die Module waren praxisnah, methodisch abwechslungsreich und haben mir gezeigt, dass selbst kleine didaktische Anpassungen – etwa klare Lernzielkommunikation oder strukturierte Reflexionsphasen – eine große Wirkung auf Motivation und Lernerfolg haben können.
RM: Was konnten Sie schon in Ihrer Lehre umsetzen und wie waren Ihre Erfahrungen damit?
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DJB: Die im Programm gewonnenen Erkenntnisse konnte ich gemeinsam mit PD Dr. med. Christiane Kruppa, unserer Geschäftsführenden Oberärztin und Verantwortlichen für die chirurgische Lehre, in die Strukturierung des Blockpraktikums Chirurgie am BG Universitätsklinikum Bergmannsheil einbringen. In enger Abstimmung haben wir ein kompetenzorientiertes Stundenplankonzept, ein interaktives Skript mit Lehrvideos, strukturierte UaK-Einheiten („Unterricht am Krankenbett“) sowie eine realitätsnahe Abschlussprüfung im Stil des Staatsexamens implementiert. Die Umsetzung war ein Prozess, in dem sich didaktische Impulse, klinische Erfahrung und kollegiale Zusammenarbeit ergänzt haben. Die Rückmeldungen der Studierenden waren positiv – sie betonten insbesondere die klare Struktur, die Praxisnähe und die wertschätzende Atmosphäre. Das zeigt, dass gute Lehre in der Chirurgie immer ein Gemeinschaftsprojekt ist, das von Zusammenarbeit und Engagement aller Beteiligten lebt.
RM: Warum und wem würden Sie eine Teilnahme am Programm empfehlen?
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DJB: Ich kann die Teilnahme allen Kolleginnen und Kollegen empfehlen, die mit Freude lehren – und die bereit sind, ihre eigene Praxis zu hinterfragen. Das Programm bietet keine „Patentrezepte“, aber es schafft ein Bewusstsein für Qualität und Verantwortung in der Lehre. Gerade im medizinischen Kontext, wo Wissen oft implizit weitergegeben wird, hilft das Zertifikat, Lehre als gestaltbaren und reflektierten Prozess zu verstehen.
RM: Welche Bedeutung hat das Zertifikat für Ihre Karriere?
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DJB: Das Zertifikat markiert für mich einen wichtigen Meilenstein – es hat meine Rolle als Hochschullehrender klarer definiert und meine didaktische Kompetenz sichtbar gemacht. Darüber hinaus hat es mir die Tür zu einer vertieften Auseinandersetzung mit medizinischer Ausbildung geöffnet: Ich plane, den Master of Medical Education (MME) aufzunehmen, um Lehre, Forschung und klinische Praxis künftig noch enger zu verknüpfen. Kurz gesagt: Das Programm hat nicht nur meine Lehre verbessert, sondern auch meine berufliche Perspektive erweitert.
Hat Herr Baron Ihr Interesse geweckt? Dann machen Sie mit!

Dr. Robin Matz
Hochschuldidaktik
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