
Lehre agil gestalten? Was bedeutet das?
Studierende zu Mitgestaltenden machen
Ein zentraler Baustein agiler Lehre ist die Partizipation der Studierenden. Sie werden stärker in Entscheidungen über ihren Lernprozess einbezogen und übernehmen damit mehr Verantwortung für das eigene Lernen. Das kann beispielsweise bedeuten, zwischen verschiedenen Vertiefungsmöglichkeiten zu wählen, gemeinsam einen Wissensspeicher aufzubauen oder den Lernfortschritt regelmäßig in Check-ins, Check-outs und Retrospektiven zu reflektieren. Wichtig ist dabei eine echte Beteiligung innerhalb eines klar gesetzten Rahmens – nicht lediglich eine scheinbare Mitbestimmung.
Damit verändert sich zugleich die Rolle der Lehrperson: Statt ausschließlich Wissen zu vermitteln, begleitet sie Lernprozesse, schafft geeignete Rahmenbedingungen, gibt Feedback und entscheidet gemeinsam mit den Studierenden, welcher nächste Schritt sinnvoll ist. Vertrauen und gute Kommunikation werden damit zu wichtigen Voraussetzungen agiler Lehre.
Was ist der LEHRELADEN?
Fehler, Unsicherheit und Reflexion als Teil des Lernens
Agile Lehre versteht Lernen als einen Prozess, in dem nicht jeder Schritt vorhersehbar sein muss. Fehler werden dabei als Lerngelegenheiten betrachtet, Zwischenergebnisse dürfen verändert und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig lernen Studierende, mit Unsicherheit, unterschiedlichen Perspektiven und offenen Ergebnissen umzugehen – Fähigkeiten, die im Beitrag unter anderem mit Ambivalenzfähigkeit verbunden werden.
Eine besondere Rolle spielt deshalb die Reflexion. Studierende setzen sich regelmäßig mit ihrem Lernfortschritt, ihren Strategien und der Zusammenarbeit auseinander; auch Lehrende sind eingeladen, die eigene Haltung und das eigene Lehrhandeln zu hinterfragen. So wird kontinuierliche Verbesserung selbst zum Bestandteil des Lehr-Lern-Prozesses.
Konkrete Methoden für den Einstieg
Der Beitrag bleibt dabei nicht auf der konzeptionellen Ebene. Vorgestellt werden zahlreiche Möglichkeiten, agile Elemente praktisch umzusetzen – von Kanban-Boards über Ice Breaker und gemeinsam vereinbarte Regeln bis zu Retrospektiven, Scrum und eduScrum. Besonders hilfreich für den Einstieg: Agile Lehre muss nicht sofort im großen Maßstab umgesetzt werden. Einzelne Methoden können zunächst erprobt und anschließend Schritt für Schritt erweitert werden.
Ergänzt wird der Grundlagenbeitrag durch ein Praxisbeispiel von Lena M. Kesting aus der Professional School of Education der RUB. Anhand eines Oberseminars im Master of Education zeigt sie, wie selbstorganisierte Teamarbeit, iterative Weiterentwicklung, kontinuierliches Feedback und wissenschaftliche Reflexion zu einem agilen Lernsetting verbunden werden können.
Schrittweise mehr Flexibilität wagen
Sie wollen Service Learning oder andere Lehrformate ausprobieren? Dann sind sie beim ZfW an der richtigen Stelle:
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