Neu im LEHRELADEN: Agile Lehre

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Lehre lässt sich nicht bis ins letzte Detail planen – Lernen erst recht nicht. Der neue Beitrag im LEHRELADEN zeigt, wie Lehrende mit agilen Prinzipien flexibel auf Lernprozesse reagieren, Studierende stärker beteiligen und Reflexion, Eigenverantwortung und Zusammenarbeit fördern können.

Lehre agil gestalten? Was bedeutet das?

Inhaltsverzeichnis
Was passiert, wenn der vorbereitete Ablauf einer Lehrveranstaltung nicht zu dem passt, was die Studierenden gerade brauchen? Genau hier setzt agile Lehre an. Im neuen LEHRELADEN-Beitrag „Agile Lehre“ zeigt Julia Becker, wie Lehrveranstaltungen flexibler, partizipativer und stärker am tatsächlichen Lernprozess der Studierenden ausgerichtet werden können. Dabei wird schnell deutlich: Agilität bedeutet nicht, auf Planung zu verzichten – sondern Planung so zu verstehen, dass Raum für Anpassungen, Interaktion und gemeinsames Lernen bleibt.

Studierende zu Mitgestaltenden machen

Ein zentraler Baustein agiler Lehre ist die Partizipation der Studierenden. Sie werden stärker in Entscheidungen über ihren Lernprozess einbezogen und übernehmen damit mehr Verantwortung für das eigene Lernen. Das kann beispielsweise bedeuten, zwischen verschiedenen Vertiefungsmöglichkeiten zu wählen, gemeinsam einen Wissensspeicher aufzubauen oder den Lernfortschritt regelmäßig in Check-ins, Check-outs und Retrospektiven zu reflektieren. Wichtig ist dabei eine echte Beteiligung innerhalb eines klar gesetzten Rahmens – nicht lediglich eine scheinbare Mitbestimmung.

Damit verändert sich zugleich die Rolle der Lehrperson: Statt ausschließlich Wissen zu vermitteln, begleitet sie Lernprozesse, schafft geeignete Rahmenbedingungen, gibt Feedback und entscheidet gemeinsam mit den Studierenden, welcher nächste Schritt sinnvoll ist. Vertrauen und gute Kommunikation werden damit zu wichtigen Voraussetzungen agiler Lehre.

Was ist der LEHRELADEN?
LEHRELADEN ist unsere Plattform für inspirierte Lehre.  Hier können Sie Ihr Wissen rund um Lehre vertiefen und von Praxisbeispielen anderer Lehrender profitieren. LEHRELADEN bietet Ihnen einen unkomplizierten Zugang zu Lehrthemen.
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Im LEHRELADEN stehen Ihnen wissenschaftlich fundierte Beiträge zu hochschuldidaktischen Themen zusammen mit konkreten (methodischen) Tipps und Praxisbeispielen aus der RUB zur Verfügung. Die Text-, Audio- und Video-Beiträge unterliegen einer CC-Lizenz: BY-NC-SA 4.0. Der LEHRELADEN wird kontinuierlich erweitert und über eine Schlagwortsuche perspektivisch noch nutzungsfreundlicher.

Fehler, Unsicherheit und Reflexion als Teil des Lernens

Agile Lehre versteht Lernen als einen Prozess, in dem nicht jeder Schritt vorhersehbar sein muss. Fehler werden dabei als Lerngelegenheiten betrachtet, Zwischenergebnisse dürfen verändert und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig lernen Studierende, mit Unsicherheit, unterschiedlichen Perspektiven und offenen Ergebnissen umzugehen – Fähigkeiten, die im Beitrag unter anderem mit Ambivalenzfähigkeit verbunden werden.

Eine besondere Rolle spielt deshalb die Reflexion. Studierende setzen sich regelmäßig mit ihrem Lernfortschritt, ihren Strategien und der Zusammenarbeit auseinander; auch Lehrende sind eingeladen, die eigene Haltung und das eigene Lehrhandeln zu hinterfragen. So wird kontinuierliche Verbesserung selbst zum Bestandteil des Lehr-Lern-Prozesses.

Konkrete Methoden für den Einstieg

Der Beitrag bleibt dabei nicht auf der konzeptionellen Ebene. Vorgestellt werden zahlreiche Möglichkeiten, agile Elemente praktisch umzusetzen – von Kanban-Boards über Ice Breaker und gemeinsam vereinbarte Regeln bis zu Retrospektiven, Scrum und eduScrum. Besonders hilfreich für den Einstieg: Agile Lehre muss nicht sofort im großen Maßstab umgesetzt werden. Einzelne Methoden können zunächst erprobt und anschließend Schritt für Schritt erweitert werden.

Ergänzt wird der Grundlagenbeitrag durch ein Praxisbeispiel von Lena M. Kesting aus der Professional School of Education der RUB. Anhand eines Oberseminars im Master of Education zeigt sie, wie selbstorganisierte Teamarbeit, iterative Weiterentwicklung, kontinuierliches Feedback und wissenschaftliche Reflexion zu einem agilen Lernsetting verbunden werden können.

Schrittweise mehr Flexibilität wagen

Agile Lehre stellt die klassische Lehrplanung nicht grundsätzlich infrage. Vielmehr lädt sie dazu ein, Planung und Flexibilität neu auszubalancieren und stärker auf das tatsächliche Lernen der Studierenden zu reagieren. Der neue LEHRELADEN-Beitrag bietet dafür theoretische Orientierung ebenso wie unmittelbar einsetzbare Methoden und ermutigt dazu, mit kleinen Veränderungen zu beginnen. Denn agile Lehre entsteht nicht durch ein festes Rezept, sondern durch Beobachtung, Beteiligung, Reflexion – und die Bereitschaft, den eigenen Kurs bei Bedarf anzupassen.
Sie wollen Service Learning oder andere Lehrformate ausprobieren? Dann sind sie beim ZfW an der richtigen Stelle:
Im Oktober startete das aktuelle hochschuldidaktische Workshopangebot mit Workshops zur interaktiven Lehre, zu Selbstwirksamkeit und anderen Themen, die sie dabei unterstützen können Ihre Lehre agiler zu machen. An den Workshops können Sie als RUB-Lehrende*r kostenfrei teilnehmen. Klicken Sie sich doch mal durch unser Angebot und melden Sie sich an!

Im LEHRELADEN veröffentlichen wir wissenschaftlich fundierte hochschuldidaktische Texte zu einer Vielzahl von Themen. Schauen Sie sich gerne auch weitere Beiträge an. Zur Gestaltung von Vorlesungen passen beispielsweise diese: Aktivieren und Motivieren, Praxisbezüge in der Lehre, Lehr- und Lernmaterial gestalten und formatives Prüfen.

Zusätzlich zu den thematischen Beiträgen gibt es im LEHRELADEN auch ein Methodenglossar. Dort sind alle in den inzwischen über 50 Rubriken genannten Methoden aufgeführt und erklärt. Außerdem gibt es eine ganze Kategorie an Beiträgen zur fachspezifischen Lehre mit Praxisbeispielen aus Mathematik, Erziehungswissenschaft, Sportwissenschaft, Elektrotechnik, Theologie und vielen anderen.

Wir beraten Sie auch gerne zu Ihrem spezifischen Fall. Schreiben Sie uns einfach!
Bildnachweis: ZfW

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Paula Ruppert
ist Mitarbeiterin der Hochschuldidaktik im ZfW. Sie koordiniert die Arbeit des hochschuldidaktischen Netzwerks der Universitätsallianz UNIC. Teil ihrer Arbeit sind die Organisation des englischsprachigen Weiterbildungsprogramms InterTeach und die Beratung und Fortbildung zu innovativen Mobilitätsformaten wie Virtual Exchange.

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