Tabu-Thema KI

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Künstliche Intelligenz (KI) nicht mehr aus dem Studienalltag wegzudenken. Wie mit jeder neuen Technologie stehen Lehrende und Studierende vor neuen Herausforderungen. Eine davon ist die adäquate Kommunikation und Diskussion über die Nutzung von KI: Wofür kann und sollte man KI nutzen? Wofür nicht? Ist die Nutzung von KI bei Prüfungsleistungen erlaubt? Darüber haben wir mit Lehrenden gesprochen.

Einleitung

Durch „KI“, genauer gesagt durch sogenannte Large Language Models (LLMs), steht eine kulturelle Praktik zur Disposition, die auch zutiefst das wissenschaftliche Arbeiten bestimmt – nämlich das Schreiben. Das führt dazu, dass an Hochschulen gerade ganz grundlegende Aspekte von Studium und Lehre diskutiert werden: Zum Beispiel der Stellenwert des Schreibens für ein Fach und für das fachliche Lernen, bekannte Herausforderungen wie ungünstige Betreuungsschlüssel, schwierige Fehler- und Feedbackkultur(en), der Sinn von Prüfungen ebenso wie die komplexe Konzeptualisierung von Eigenständigkeit und guter wissenschaftliche Praxis.

Es geht offensichtlich um schwierige Fragen in einer Situation, in der große Unsicherheit darüber besteht, was die neue Technologie langfristig für das wissenschaftliche Arbeiten und dessen Vermittlung bedeuten könnte. Statt diese Unsicherheit offen zu thematisieren, hören wir (Ben & Nadine) in unserer jeweiligen Beratungstätigkeit als Mitarbeitende am ZfW und im Projekt KI:edu.nrw jedoch oft sowohl von Studierenden als auch von Lehrenden, dass das Thema in Lehrveranstaltungen eher ausgeklammert wird.

Nadine Lordick
Nadine Lordick arbeitet im Projekt KI:Expertisezentrum.nrw am ZfW der Ruhr-Uni Bochum und beschäftigt sich dort mit dem Thema Schreiben & generative „KI“. | E-Mail: nadine.lordick@rub.de
Ben Scherer
Ben Scherer ist Lehrbeauftragter für Englisch am Zentrum für Fremdsprachenausbildung der RUB und am TalentKolleg Ruhr Hagen, ehemaliger Mitarbeiter des Projekts KI:edu.nrw, sowie Host des ZfW-Podcasts ‚HÖRsaal‘.| E-Mail: ben.scherer@rub.de

In Gesprächen mit Studierenden zeigte sich, dass scheinbar das Vertrauen im Lehr-Lernverhältnis fehlt, offen über KI-Nutzung zu sprechen, und die Angst vor negativen Konsequenzen überwiegt. Lehrende und Studierende befinden sich in einem prekären hierarchischen Verhältnis zueinander. Prekär deshalb, weil die Lehrenden den Studierenden sowohl als Lernbegleitende, aber auch als Bewertende gegenübertreten, was zu Vorbehalten führen kann (mehr dazu weiter unten). Oft wird im Diskurs um KI-Nutzung sowohl von Seiten der Lehrenden als auch der Studierenden vor allem das Misstrauen formuliert: Dass Studierende sich „durchmogeln“ oder dass Lehrende jede Nutzung von Chatbots wie ChatGPT & Co. ohne gute Gründe verbieten wollen.

Um herauszufinden, was wir am ZfW und im Projekt KI:edu.nrw tun können, um dabei zu helfen, dass vertrauensvoller und offener über die Nutzung großer Sprachmodelle gesprochen werden kann, haben wir Fokusgruppengespräche durchgeführt. Zu diesen Gesprächen haben wir interessierte Lehrende unterschiedlicher Fächer eingeladen, ihre Erfahrungen und Gedanken zu teilen und zu diskutieren. Einige zentrale Themen, die wir daraus mitgenommen haben, möchten wir im Folgenden vorstellen.

Fokusgruppengespräche
Insgesamt haben wir drei Gespräche mit jeweils 4 Lehrenden geführt, die sich auf Anfrage dazu bereit erklärt haben, ca. 90 Minuten miteinander zu diskutieren. Diese Gespräche und die inhaltliche Auswertung stellen keine wissenschaftliche Studie dar, sondern hatten in erster Linie den Zweck, mehr über das Thema in Erfahrung zu bringen. Entsprechend sind die unten ausgeführten Aspekte auch nicht als Ergebnisse einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung zu lesen; nichtsdestotrotz halten wir es für sinnvoll und vielleicht den einen oder die andere interessant, die angesprochenen Punkte – und unsere Gedanken dazu – auf niedrigschwelligem Weg mit diesem Blogbeitrag zu teilen.

Ergebnisse der Gespräche mit Lehrenden

Transparenz

Im Gespräch mit Lehrenden verschiedener Fachrichtungen von den Geistes- bis hin zu den Ingenieurwissenschaften äußerten beinahe alle den folgenden Wunsch im Umgang mit generativer KI: mehr Transparenz! Und diese erhoffen sich die Lehrenden nicht nur im Umgang mit ihren Studierenden, sondern auch von Seiten der institutionellen Leitung. Oft ist nämlich innerhalb der Fachbereiche gar nicht klar festgelegt, was Studierende denn überhaupt im Hinblick auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz bei Prüfungsleistungen dürfen, und was pauschal verboten ist. Dann ist es oft an den Lehrenden, individuelle Entscheidungen für ihre Veranstaltungen zu treffen. Doch aus Sicht der Studierenden (sowie auch der Lehrenden) führt die fehlende Einheitlichkeit mit Sicherheit zu mehr Unsicherheit und weniger Transparenz im eigenen Umgang mit KI-Hilfsmitteln.

Im Sinne von mehr Einheitlichkeit und zentralen Richtlinien wünschen sich die Lehrenden jedoch hauptsächlich, dass kritisch hinterfragt wird, was man in den jeweiligen Fächern denn überhaupt warum prüfen will. Vielleicht ist die Klausur oder Hausarbeit ja in manchen Studiengängen didaktisch bereits überholt und sollte einer alternativen Prüfungsform weichen – wichtig ist den Lehrenden schließlich auch die Frage, ob das, was im Rahmen der entsprechende Prüfungsform vermittelt wird, die Studierenden adäquat auf die Berufswelt vorbereitet. Darüber, dass diese Entscheidungen von Fach zu Fach individuell ausfallen können, sind sich die Lehrenden einig. Weiterhin wünschen sie sich, dass diese Entscheidungs- und Evaluationsprozesse, oder zumindest ihr Resultat, auch den Studierenden transparent gemacht werden.  Und genau das kann am Ende Vertrauen schaffen, sagt eine Person:

„Und alles, was Transparenz hat, bildet in der Regel ja auch Vertrauen. Also mir geht es nicht um ‚wir vertrauen uns alle und haben uns alle lieb und dann passiert nichts mehr,‘ sondern tatsächlich [darum], dass das Lehr- und Prüfungsgeschehen auch reflektierter wird von der Lehrenden-Seite, zu sagen, was wollen wir an welcher Stelle denn genau erreichen?“

Am Ende dieser Prozesse wünschen sich aber schließlich alle Lehrenden, dass übergeordnete Standards in den einzelnen Fachbereichen entstehen, die sowohl den Dozent*innen als auch den Studierenden klare Richtlinien für die erlaubte und vielleicht sogar erwünschte Nutzung von generativer KI geben.

Zudem sehen einige der Lehrenden im Schweigen über den KI-Gebrauch an unserer Hochschule ein zentrales Risiko: Das Ausbleiben der Kommunikation verzerrt nämlich das Bild, das sowohl Lehrende als auch Studierende von dem Ausmaß haben, in dem KI eigentlich genutzt wird.

„[W]enn wir darüber nicht sprechen,“ sagt eine der lehrenden Personen, „dann gibt es Schweigen oder ein allgemeines Verständnis, dass alle das tun [KI nutzen] und das zwar nicht in Ordnung ist, aber geduldet wird. Aber die Frage ist, ist es wirklich so? Und dann: Ist es wirklich so in meinem Kurs? Ist das wirklich so in meinem Studiengang? Ist das wirklich so an einer deutschen Hochschule? Die Antworten können auch sehr unterschiedlich sein.“

Die angesprochenen Richtlinien könnten laut den Lehrenden schließlich dazu beitragen, dass Studierende offener über die eigene Nutzung von generativer KI in ihrem Studienalltag sprechen. Doch die mangelnde Transparenz bei der Nutzung von KI ist keineswegs nur auf Seiten der Studierenden ein Problem: Auch einige der Lehrenden erklären, dass sie sich selbst oft nicht wohl fühlen, über die eigene Nutzung zu sprechen, was nicht nur den mangelnden Richtlinien, sondern auch zu einem gewissen Grad an der Unsicherheit und der Scham über die eigenen Praktiken der KI-Nutzung liegt. Zum Aushandlungsprozess über sinnvolle KI-Nutzung gehören jedoch nicht nur Richtlinien, sondern auch ein offener Austausch, denn vieles lässt sich (noch) nicht in Regeln festlegen. Eine teilnehmende Person sagte:

„Deshalb glaube ich, es ist richtig, darüber zu sprechen. Und wir müssen darüber sprechen. Damit wir irgendwie eine Vertrauensebene schaffen, die auch unabhängig von diesen formalrechtlichen Dingen ist. Ich glaube, viele Dinge können wir formalrechtlich da gar nicht klären, sondern wir brauchen auch eine gelebte Kultur der Nutzung.“

Hürden und Konflikte im Lehr-Lern-Verhältnis

Es wurden verschiedene Aspekte angesprochen, die als Hürden und Konflikte im Lehr-Lern-Verhältnis wahrgenommen wurden:
Scham und Angst

Scham und Angst sind nicht nur ein Grund dafür, nicht offen über die eigene KI-Nutzung zu sprechen, sie können auch der Grund dafür sein, dass Studierende überhaupt auf KI-Anwendungen zurückgreifen, um Aufgaben im Studium zu erledigen. Nicht in einem Fokusgruppengespräch, aber als Gast in einem Seminar war es Nadine möglich, das Gespräch mit Studierenden zu suchen, um über das Thema Offenheit & Transparenz bei der Nutzung von KI zu sprechen. Dabei kam das Gespräch darauf, dass die Studierenden KI-Anwendungen oft als eine Art Rückversicherung nutzten: Z. B., um in Diskussionen zu prüfen, ob der eigene Beitrag auch sinnvoll ist, oder beim Lesen von Texten, die schwer zu verstehen sind. Angst vor Fehlern und einer negativen Bewertung durch die Lehrenden führe dazu. So waren sich viele der Studierenden einig, dass sie lieber auf Nummer sicher gehen und sich von einem KI-Modell unterstützen lassen, bevor sie etwas Falsches sagen. Daraus ziehen wir den Rückschluss, dass es eine Fehlerkultur gibt, in der Fehler nicht unbedingt als Lernmöglichkeit betrachtet werden, sondern die Sorge um negative Konsequenzen überwiegt.

In den Fokusgruppengesprächen darauf angesprochen sagten Lehrende, dass sie dieses Problem ebenfalls wahrnehmen, aber das Problem u. a. aufgrund ihrer Position als Bewertende nicht auflösen können. Eine teilnehmende Person berichtete davon, dass es schwierig sei, Studierende dazu zu bewegen, Hilfsangebote anzunehmen – auch über das Thema „KI“ hinaus.

Rollenkonflikte
Die Lehrenden fühlen den Rollenkonflikt, der aus dem Machtgefälle in Lehrveranstaltungen entsteht: Einerseits verstehen sie sich als Lernbegleiter*innen, die einen Raum schaffen möchten, in dem Fehler als Lernmöglichkeit wahrgenommen werden können; andererseits sind sie aber auch Bewerter*innen, die am Ende über die Leistung der Studierenden entscheiden müssen. Eine teilnehmende Person drückte es wie folgt aus:
„Es ist sicherlich eine Frage eben – und das merke ich auch für mich – das Problem, den Übergang hinzukriegen, zwischen einerseits auch bewusst und von Herzen eine Fehlerkultur zuzulassen, um die Studierenden erkennen zu lassen: Okay, wo habe ich noch Baustellen und wo kann ich mich noch verbessern? Und dann irgendwann zu sagen: Und jetzt muss es sitzen. Heute kannst du noch alle Fehler machen – und morgen muss es richtig sein.“

Einige Lehrende legten offen, dass Bemühungen, mehr Offenheit zu schaffen, oft nicht fruchten würden; selbst wenn man z. B. das Thema KI offen und mit positiver Konnotation anspreche, schienen Studierende sich über die Art ihrer Nutzung unsicher zu sein und gäben sie lieber nicht zu. Auch dies wurde auf die Rolle des*der Bewertenden zurückgeführt, mit der sie den Studierenden begegnen.

Lernen würde auch als Leid empfunden, Lehre als „Schikane“, berichten einige Lehrende, auch in Rückblick auf ihre eigene Studienzeit. Die Lehrenden formulierten dabei immer wieder, dass es ihnen nicht darum ginge, die Studierenden mit Arbeiten zu „drangsalieren“, sondern dass sie mit bestimmten Aufgaben bestimmte Lernziele verfolgen. Dabei falle jedoch manchmal auseinander, was von den Lehrenden und den Studierenden als sinnvoll empfunden werde. Das führt uns zu folgender Erkenntnis: Zuletzt tragen die Lehrenden und Studierenden zusammen Verantwortung dafür, dass Lehre gut funktioniert, und es erscheint uns wichtig zu sein, wie viel Mühe sich die Beteiligten geben und wie sehr sie bereit sind, dem Prozess zu vertrauen.

Persönlichkeitsbildung vs. Employability
Ein Aspekt, der ebenfalls thematisiert wurde, war der Zwiespalt zwischen dem Studium als Raum für persönliche Bildung und als Ort der Ausbildung für einen Beruf. Die Lehrenden äußerten Verständnis dafür, dass es Studierende gibt, deren primärer Fokus auf der Erlangung des Abschlusses liegt und die sich insofern nicht für jede Lerngelegenheit begeistern lassen; sie sprachen auch den Konkurrenz- und Leistungsdruck an, den es in manchen Fächern gibt, und dass man Studierenden insofern keinen Vorwurf machen könne, wenn sie jedes Werkzeug nutzten, um sich bessere Chancen zu verschaffen, z. B. in Studiengängen, in denen es begrenzte Masterplätze gibt. Dabei wurde problematisiert, wie KI sich auf diese ohnehin schon schwierige Situation auswirken könne, denn es besteht auch ein Konflikt zwischen zwei Werten, die für Prüfungen relevant sind: Einerseits soll ein gutes Ergebnis vorliegen – eine Hausarbeit muss beispielsweise wissenschaftlichen Kriterien entsprechen – andererseits soll auch die Mühe honoriert werden, die Studierende in ihre Prüfungsleistung gesteckt haben. Problematisiert wurde, wie sich das auf die Bewertung ausschlägt: Kann jemand, der sich offensichtlich viel Mühe gegeben hat, aber auf ein schlechteres Ergebnis kommt, genauso gut bewertet werden wie jemand, der sich mithilfe von LLMs hat helfen lassen und dadurch eine bessere Arbeit abgeliefert hat? Fehlende Transparenz führt hier zu einer Misslage. Eine teilnehmende Person sagte: „[E]s geht darum, dass ich den Studierenden schuldig bin, ihre Arbeit bewerten zu können.“
Extracurriculare Veranstaltungen

Abschließend haben wir durch die Gespräche noch eine Besonderheit identifizieren können, die das Fremdsprachenlernen in extracurricularen Veranstaltungen betrifft: Da hier die Lehrenden von einer prinzipiell anderen Fehlerkultur berichteten, in der das Scheitern und Falschliegen integraler und akzeptierter Teil des Lernprozesses ist, gibt es laut ihnen auch weitaus mehr Transparenz im Dialog zwischen Lehrenden und Studierenden. Schließlich sei es den Studierenden ja freigestellt, auf KI-Tools wie DeepL und Co. zurückzugreifen, um Fehlern vorzubeugen. Doch einig sind sich die Lehrenden darin, dass diese Studierenden tendenziell schlechter die Zielsprache lernen, wenn sie sich nicht trauen, im authentischen Gespräch auch einmal Fehler zu machen und stattdessen auf (KI-)Übersetzungstools zurückgreifen. Und das merken dann im Umkehrschluss auch die Studierenden und verzichten auf diese Tools; denn oft ist ihre Motivation nicht lediglich Creditpoints zu erlangen – viele wollen auch aus intrinsischer Motivation in die Sprache eintauchen und das Sprechen ohne KI-Unterstützung lernen.

Die Lehrenden nehmen also verschiedene innere wie äußere Konflikte wahr, die sich darauf auswirken, wie offen über KI-Nutzung gesprochen werden kann. Das Thema ist mit viel Unsicherheit verbunden und bringt oft gar keine neuen Probleme hervor, sondern zeigt schon bestehende auf.

KI-Bildung

Ein Aspekt, auf den mehrere Lehrende in Bezug auf das Misstrauensverhältnis bei der offenen Kommunikation von KI-Nutzung hinweisen, ist schlichtweg die schlechte KI-Bildung (AI Literacy) sowohl von den Lehrenden als auch den Studierenden. Schließlich entstehe auch Scham, über die eigene KI-Nutzung zu sprechen, wenn man nicht weiß, wie effektiv oder sinnvoll die eigene Nutzung von KI-Anwendungen überhaupt ist. Gründe dafür sind oft die mangelnde Kommunikation der Studierenden mit ihren Kommiliton*innen und Dozent*innen, sowie das Fehlen von Best-Practice Beispielen, an denen sich alle Parteien orientieren können.

Dabei haben einige der Lehrenden Studierende bereits darauf angesprochen, ob sie ihr Ergebnis als Beispiel für den gelungen Einsatz von generativen KI-Technologien im Zusammenhang einer Leistungsüberprüfung verwenden dürfen. Oft reagierten die Studierenden aber in dieser Kommunikation verhalten: „Interessanterweise mag das [den Einsatz von KI] immer niemand zugeben, obwohl ich das dann ganz positiv konnotiere und sage, oh, das ist aber super“, teilte uns eine der lehrenden Personen mit.

Weiterhin identifizieren die Lehrenden klare Unterschiede zwischen Fächern, die bereits erfolgreich mit KI-Anwendungen arbeiten, und diese, die bis jetzt davon absehen, die Nutzung von KI zum Teil der fachlichen Praxis zu machen. Letztendlich scheitert die KI-Bildung auch oft daran, dass sich Lehrende selbst nicht KI-gebildet genug fühlen, den wünschenswerten und sinnvollen Einsatz von KI in ihren Kursen zu thematisieren und zu erproben. Gerne verweisen wir diese Lehrende auf das umfangreiche Weiterbildungsangebot des ZfW.

Take-Aways/Dinge, die man tun kann

Die Probleme, die wir in den Fokusgruppengesprächen identifiziert haben, sind in der Regel struktureller Natur und insofern oft nicht einfach individuell zu lösen. Deshalb ist es schwer, Vorschläge für Maßnahmen zu formulieren, mit denen es gelingen kann, offener über KI-Nutzung zu sprechen. Hinzu kommt, wie so oft, dass viele unterschiedliche Perspektiven eine Rolle spielen, die sich nicht einfach unter einen Hut bekommen lassen.

Ein erster Schritt kann es sein, Regeln zu vereinbaren. Welche KI-Nutzung sinnvoll ist, lässt sich zwar nicht allgemein formulieren, weil das sehr fachspezifisch ist und von verschiedenen Faktoren abhängt, aber zumindest auf Fakultäts-, Instituts-, Lehrstuhl- und nicht zuletzt auf Veranstaltungsebene kann und sollte überlegt werden, welche Nutzungsformen zugelassen sind, und dies transparent kommunizieren.

Eine Fehlerkultur, in der Personen sich trauen, auch mal etwas Falsches zu sagen oder zu tun – auch wenn es unangenehm ist –, lässt sich nicht durch reine Lippenbekenntnisse schaffen; Lehrende können dazu beitragen, indem sie zeigen, dass und wie sie selbst Fehler machen und vor welchen Herausforderungen sie stehen, um Studierende zu ermutigen, dies auch zu tun.

Gute Lehre zu gestalten, die nachhaltiges Lernen ermöglicht, war noch nie einfach.  Wichtig ist es – so spiegelten es uns auch die Teilnehmenden in den Fokusgruppengesprächen – sich Gedanken zu machen und die notwendige Arbeit zu investieren. Das kritische Hinterfragen eigener Lehrpraktiken aufgrund der Tatsache, dass KI für alle jederzeit zugänglich ist, ist insofern zwar eine Herausforderung, aber auch eine Chance, sich noch einmal intensiv mit Lehre auseinanderzusetzen.

Unsere Angebote zum Thema
Bei allen Fragen rund um die Lehre können Sie auch jederzeit auf uns am ZfW zukommen. Schauen Sie gerne in unseren Veranstaltungskalender oder vereinbaren Sie ein Gespräch zur individuellen Beratung.

Im Portal LehreLaden finden Sie zudem viele hilfreiche Beiträge rund um zentrale Themen in der Lehre, die auch vor dem Hintergrund von KI dabei helfen können, die eigene Lehre sinnvoll zu gestalten.

Zuerst waren Fokusgruppengespräche mit Studierenden geplant, die nicht zustande gekommen sind; gerne möchten wir das Format aber auch noch einmal mit Studierenden durchführen. Wenn Interesse besteht, melden Sie sich gerne bei uns.
Bildnnachweis: ZfW
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Nadine Lordick
Nadine Lordick ist Mitarbeiterin im Projekt KI:Expertisezentrum.nrw und beschäftigt sich insbesondere mit KI-gestütztem Schreiben.

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