
Priv.-Doz. Dr. med. Aydan Ewers, FASE, FESC arbeitet seit 1999 als Assistenzärztin und seit 2020 als leitende Obrärztin am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil, in der Medizinischen Klinik II - Kardiologie und Angiologie mit dem Schwerpunkt Interventionelle Kardiologie, kardiale Bildgebung und Sportmedizin. Während sich Aydan Ewers in der Lehre vor allem im Schwerpunktbereich Echokardiographie einbringt, liegen ihre Forschungs-/Arbeitsschwerpunkte u.a. in den Bereichen kardiale Bildgebung in der Echokardiographie bei strukturellen Herzerkrankungen, Intensiv- und Notfallmedizin und Sportmedizin.
Wir wünschen Frau Ewers für ihren weiteren Weg alles Gute!
Nachgefragt, nachgehakt!
RM: Was war Ihre Motivation, am hochschuldidaktischen Qualifizierungsprogramm teilzunehmen?
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AE: Ich wollte meine Lehrtätigkeit gezielt professionalisieren – weg von „Teaching by doing“ hin zu didaktisch fundierter, lernzielorientierter Lehre. Besonders wichtig war mir, Lehrveranstaltungen strukturierter zu planen, Lernprozesse transparenter zu machen und Feedback sowie Prüfungen fairer und kompetenzorientierter zu gestalten. Außerdem wollte ich mich mit Kolleg:innen austauschen und neue Formate kennenlernen, die im (klinisch) engen Zeitrahmen trotzdem wirksam sind.
RM: Welche Lehrherausforderungen haben Sie zu uns geführt?
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AE: Ich unterrichte häufig sehr heterogene Gruppen (unterschiedliche Vorkenntnisse, Erwartungshaltungen, Lernstile), unterschiedlicher Ausbildungsstand, von Klinikneulingen bis PJ-lern im letzten Tertial. Gleichzeitig ist die verfügbare Lehrzeit – vor allem in der Praxis/ am Patienten/ im klinischen Alltag – begrenzt. Eine weitere Herausforderung war, praktische Kompetenzen (z. B. strukturierte Untersuchung/Prozeduren, Befundkommunikation, klinisches Denken) so zu vermitteln, dass Lernende aktiv werden und nicht nur „zuschauen“. Auch die Frage, wie man Lernerfolg sinnvoll überprüft und konstruktives Feedback routiniert integriert, hat mich beschäftigt.
RM: Was hat Ihnen am Qualifizierungsprogramm besonders gut gefallen?
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AE: Besonders überzeugt hat mich die hohe Praxisnähe: konkrete Werkzeuge, direkt anwendbare Methoden und die Möglichkeit, eigene Lehrsituationen systematisch zu reflektieren. Sehr wertvoll waren der kollegiale Austausch, die Feedbackkultur und die strukturierte Verbindung von Theorie (Lernpsychologie, Constructive Alignment) und Umsetzung (Lehrplanung, Aktivierung, Assessment). Ich habe das Programm als motivierend erlebt, weil man schnell merkt, dass kleine Veränderungen große Effekte in der Lehre haben können.
RM: Gibt es einen speziellen Kurs, der Ihnen besonders gut gefallen hat?
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AE: Mir hat besonders der Kurs gefallen, in dem wir das AVIVA-Modell kennengelernt haben, weil mit diesem Modell Lernziele, Methoden und Prüfungsformen konsequent aufeinander abgestimmt werden können. Dadurch werden Lehrveranstaltungen klarer, effizienter und für Lernende nachvollziehbarer. Zusätzlich fand ich die Kurse „kollegiale Beratung“ sehr bereichernd, zumal hier aus verschiedenen Fachdisziplinen Probleme aber auch positive Erfahrungen mit Lernenden aber auch Kolleg*innen besprochen und geteilt wurden. Aber auch meine Lehrhospitation, der Kurs „Methoden und Aktivierung“ bei Stefanie Füchtenhans, der Kurs „Grundlagen des Lehrens und Lernens“ mit der Aushändigung eines Beutebuches und zuletzt der Stimmworkshop bei Kriszti Kiss waren großartig und sehr lehrreich.
RM: Was konnten Sie schon in Ihrer Lehre umsetzen und wie waren Ihre Erfahrungen damit?
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AE: Ich habe mehrere Elemente direkt umgesetzt:
RM: Warum und wem würden Sie eine Teilnahme am Programm empfehlen?
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AE: Ich würde das Programm allen empfehlen, die regelmäßig lehren – besonders Kolleg:innen, die neu in der Lehre sind oder ihre Lehrveranstaltungen weiterentwickeln möchten. Es lohnt sich auch für erfahrene Lehrende, weil man Routinen hinterfragt, neue Methoden „handwerklich“ sauber lernt und durch Feedback/Reflexion schnell Fortschritte sieht. Zusätzlich ist der Austausch mit Lehrenden aus unterschiedlichen Disziplinen ein echter Mehrwert.
RM: Welche Bedeutung hat das Zertifikat für Ihre Karriere?
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AE: Das Zertifikat ist für mich ein sichtbarer Qualitätsnachweis meiner Lehrkompetenz. Es stärkt mein persönliches Lehrportfolio, erhöht die Glaubwürdigkeit gegenüber Studierenden und Kolleg:innen und unterstützt Bewerbungs- und Entwicklungsprozesse, in denen Lehrqualität explizit bewertet wird. Gleichzeitig ist es ein persönlicher Meilenstein, weil es dokumentiert, dass Lehre für mich einen hohen Stellenwert hat – nicht nur als Pflicht, sondern als gestaltbarer Bestandteil akademischer Arbeit.
Hat Frau Ewers Ihr Interesse geweckt? Dann machen Sie mit!

Dr. Robin Matz
Hochschuldidaktik
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